Das Festival

Die Hitze des Gefechts in zeitgenössischen
Fragen, Kunst und Musik.


Das Fuchsbau Festival widmet sich zeitgenössischen Fragen, Formaten, künstlerischen Arbeiten, Musik und Abenteuern. Von Performances über bildende Kunst zu elektronischer Musik und progressivem Pop: spartenübergreifend stellt das Festival erfinderische und kühne Positionen vor. In offenen Gesprächsrundenund Workshops darf sogar nachgedacht und leidenschaftlich debattiert werden. »Die Hitze des Gefechts« ist schließlich das diesjährige Leitmotiv.

Im Zentrum des Festivals stehen neue Arbeiten und Gedanken, die traditionelle Grenzen von Genre und kulturellem Kontext überschreiten. Heterogene und überraschende Standpunkte finden sich im rebellischen Rap von Le1f, in den rücksichtslosen Interventionen von Kobe, im experimentellen Auftritt der jungen norddeutschen philharmonie und in den digitalen Kunstwerken von The Constitute. Wir zelebrieren Gemeinschaft durch künstlerische Zusammenarbeit, durch nahegehende Diskussionen, durchfeierte Nächte.

In drei inhaltlichen Komplexen werden reelle und symbolische Gefechte untersucht. Solche, die wir täglich kämpfen und solche, die wir hoffentlich niemals kämpfen werden. Wo wird in unserer Gesellschaft gebrandschatzt und wie sehen die Widerstandsformen der Zukunft aus? Und was passiert im unberechenbaren Moment des Gefechts an sich?

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Gegründet

Themenkomplexe

Ziel

13,2 Milliarden Menschen haben Zugang zu Internet. Seit 2014 lebt erstmals mehr als die Hälfte der Menschheit in Städten. Dating-Apps verzeichnen 20 Millionen Nutzer. 35 bewaffnete Konflikte gibt es in diesem Augenblick weltweit. 62 Millionen Menschen sind global auf der Flucht. Der Großteil der Menschheit ist unter 30 Jahre alt. Wo verordnen wir uns in diesen Koordinaten?

Die Welt transformiert sich rasend schnell und wir möchten Veränderungen aktiv mitbestimmen. Das Festival identifiziert kommende Herausforderungen und aktuelle Ursachen. Ungleichheiten werden zunehmend komplexer und das kapitalistische Erbe zermürbt selbst radikale Gemeinschaften. Oft resultiert das in Situationen in denen der Fingerzeig schwierig wird. Wir suchen wagemutige und fantasievolle Ideen für die Veränderungen in Migration, Digitalisierung, Urbanität und Leidenschaft.

Im politischen und künstlerischen Programm wird gefragt, wie unser Zusammenleben durch die fortschreitende Kontrolle privater Lebensbereiche beeinflusst wird und was die Schließung von Grenzen verändert. Die Digitalisierung ermöglicht uns rasante Kommunikation, doch mittlerweile ersetzt Kontext den Text. Wie können sozial konditionierte Filtertechniken aufgebrochen werden? Wir thematisieren den Umgang mit großstädtischer Hektik, Akzeleration und Ausstieg, aber auch die intimen Gefechte. Wofür lohnt es sich, die Komfortzone zu verlassen und in einen persönlichen Kampf zu reiten?

Mittel

2Wir brauchen neues Vokabular um auf radikal andere Positionen einzugehen. Aktivismus benötigt neue Widerstandsformen. Neue Denkarten müssen her. Der Themenkomplex „Mittel“ diskutiert die Einmischungsformen der Zukunft. In Diskussionsrunden und innovativen Gesprächsformaten wird erkundet mit welchen rhetorischen Waffen und zivilen Protestformen Ziele in Zukunft erreicht werden. So kommen die jahrhundertealten Streitregeln islamischer Philosophie genauso zur Sprache wie Whistleblowing. Es wird untersucht welchen Einfluss politische Kunst hat und wie digitaler Widerstand funktioniert, der die Regeln der großen Internetkonzerne ad absurdum führt.

Gefecht

3Zwei Protagonist*innen, mitten im Gefecht. Die Welt um sie herum wirkt wie eingefroren: Der Bullet Time Effect ist die berühmteste Kamerafahrt der Filmgeschichte, denn er macht die Intensität einer Kampfsituation sichtbar. Der dritte Themenkomplex beschäftigt sich mit diesem Momentum des Gefechts an sich. Wozu werden wir fähig, wenn das Gehirn plötzlich aussetzt, wir über uns hinausgehen und Adrenalin unser Handeln bestimmt? Was passiert, wenn plötzlich alles still ist – nur noch ein leises Piepen im Ohr lässt uns wissen, was zu tun ist. Wir fragen nach der Inszenierung dieses Momentes im Film und dem Einfluss des Zufalls in Kunst und Politik. Kontrollverlust und Katharsis fangen wir in Worten, Werken und Ideen ein.