Awareness


Awareness bedeutet Achtsamkeit und Bewusstsein. Auf dem Festival verstehen wir darunter ein respektvolles Miteinander, damit wir gemeinsam eine gute Zeit haben können. Dazu gehört: das eigene Verhalten zu reflektieren, Grenzen anderer zu achten, die eigenen zu kommunizieren und Unterstützung zu geben oder anzunehmen.

Das Fuchsbau Festival ist ein Raum für Begegnung, Kreativität und kollektives Erleben. Damit er für alle sicher und zugänglich bleibt, braucht es einen achtsamen Umgang miteinander. Unser Code of Conduct formuliert dafür verbindliche Regeln, die auf dem gesamten Festivalgelände gelten. Am Ende findet ihr ein Glossar mit Begriffserklärungen.

Unsere Gesellschaft ist nicht frei von Diskriminierung – auch Festivals nicht. Deshalb wollen wir aktiv einen Ort schaffen, an dem sich alle Menschen willkommen und sicher fühlen, unabhängig von Hautfarbe, Herkunft, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung, körperlicher oder psychischer Gesundheit oder neurodivergenter Realität.

Als größtenteils weißes Organisationsteam wissen wir, dass wir Teil diskriminierender Strukturen sind. Dieser Code of Conduct ist daher kein Abschluss, sondern Teil eines Lernprozesses. Wir hören zu, hinterfragen, übernehmen Verantwortung – und laden euch ein, diesen Weg mit uns zu gehen.

Bitte nimm dir die Zeit, die folgenden Regeln aufmerksam zu lesen und zu verinnerlichen. Sie bilden die Grundlage für ein respektvolles Miteinander auf dem Fuchsbau Festival. Wenn du etwas beobachtest oder selbst betroffen bist, kannst du dich jederzeit an unser Awareness-Team in pinken Westen wenden. Gemeinsam wollen wir einen Raum schaffen, in dem Vielfalt gelebt wird, Grenzen respektiert werden und Diskriminierung keinen Platz hat.

Code of Conduct

  • Jede Person soll sich unabhängig von Geschlechtsidentität, Beeinträchtigung/Be_hinderung, Sexualität, Religion und sozialer Herkunft akzeptiert, wohl und sicher fühlen können. Dementsprechend tolerieren wir kein menschenverachtendes und diskriminierendes, also rassistisches, antisemitisches, anti-muslimisches, sexistisches, queer-feindliches, trans-feindliches und ableistisches und klassistisches Verhalten.
  • Das äußere Erscheinungsbild sagt nichts über die Geschlechtsidentität aus. Frage am besten immer zuerst nach den Pronomen. Sei höflich und empathisch.
  • Gleiches Recht für alle! Bitte verdecke deine Nippel. Ob abgedeckt, abgeklebt oder anderweitig verdeckt, ist dir überlassen. Nicht alle Menschen können sich im Alltag gleichermaßen nackt bewegen. 
  • Nur Ja heißt Ja! Die Interaktion mit anderen Menschen erfolgt nach dem Konsensprinzip. Das heißt, nur bei ausdrücklicher Bestätigung des Gegenübers bist du eingeladen, dieser Person (emotional und körperlich) näher zu kommen. Alles andere gilt als grenzüberschreitendes Verhalten und wird nicht geduldet. 
  • Es gilt das Prinzip der Betroffenenzentriertheit, d.h. die Definitions- und Handlungsmacht* dessen, was als grenzüberschreitend gilt, liegt immer bei der betroffenen Person. Wir sind parteiisch und solidarisch mit den Betroffenen.
    • *Definitions- und Handlungsmacht bedeutet, dass die betroffene Person definiert, was passiert ist und wenn möglich, entscheiden kann, wie gehandelt werden soll. Dabei wird die betroffene Person zu jeder Zeit vom Awareness-Team unterstützt.
  • Das Gefährden von dir und anderen führt zum sofortigen Ausschluss der Veranstaltung. (bspw. Ausübung oder Androhung von körperlicher Gewalt, Spiking (siehe Glossar), Werfen von Gegenständen auf Personen oder Bühnen, Beklettern von Bühnen, Traversen, Boxen etc.)
  • Der offene Konsum und Verkauf illegalisierter Substanzen ist auf dem Gelände nicht gestattet. Wir bitten euch, achtsam mit euch und anderen umzugehen. Wendet euch bei Verdacht auf Spiking oder Überkonsum bitte an das Awareness-Team oder das medizinische Personal.
  • Das Filmen und Fotografieren von anderen Besucher*innen ist nur nach vorheriger Zustimmung der Personen erlaubt. Es wird beauftragte Fotograf*innen vom Fuchsbau e.V. geben, die durch einen Pass gekennzeichnet sind. 
  • Mutwillige Beschädigungen von Gebäuden, Bauwerken, Technik oder der Natur auf dem Festivalgelände und den angrenzenden Flächen werden nicht geduldet und können haftbar gemacht werden. 
  • Bitte eigne dir keine kulturellen Elemente wie Frisuren, Kleidung, Symbole oder religiöse Praktiken an, die aus Gemeinschaften stammen, denen du selbst nicht angehörst – insbesondere, wenn diese Gemeinschaften von Rassismus betroffen sind. (z. B. Locks, Braids, Bindi, Kimonos etc.). Wirst du darauf hingewiesen, erwarten wir, dass du respektvoll reagierst und entsprechende Elemente entfernst oder verdeckst.

Das Awareness Team

Auf dem Fuchsbau Festival ist ein geschultes Awareness-Team im Einsatz, damit sich alle Besuchenden möglichst wohl und sicher fühlen können. Unser Awareness-Team steht euch sowohl vorab als auch vor Ort für Rückfragen und Unterstützung zur Verfügung. Unser komplettes Awareness Konzept findest du in Kürze hier.

‍Das Awareness Team ist für dich da, wenn du oder eine andere Person eine grenzüberschreitende Situation erlebt und Unterstützung benötigt: Du bist nicht allein – wir hören dir vertrauensvoll zu und sind für dich da!

  • Fühlst du dich nicht sicher oder unwohl?
  • Hast du eine grenzüberschreitende Situation erlebt?
  • Brauchst du in einer Situation Unterstützung?
  • Möchtest du dich einfach an einen ruhigen Ort zurückziehen?
  • Bist du Zeug*in von grenzüberschreitendem / diskriminierendem Verhalten geworden?

Lasst uns gemeinsam einen einen Raum schaffen, in dem Vielfalt gelebt, Grenzen respektiert und Diskriminierung keinen Platz hat.

Du hast Fragen oder Gedanken zu unserer Awareness-Arbeit und unserem Verständnis von Awareness? Dann melde dich bei uns unter awareness@fuchsbau-festival.de