Awareness Glossar
In diesem Glossar findet ihr Definitionen von Begriffen, die sich in Awareness-Kontexten oft genutzt werden. Wenn euch Begriffe fehlen oder ihr Fragen habt, meldet euch gerne unter awareness at fuchsbau-festival.de
Veranstaltende und Interessierte sind herzlich eingeladen dieses Glossar für ihre eigene Arbeit zu nutzen. In diesem Fall freuen wir uns über eine Erwähnung und die damit einhergehende Anerkennung für unsere Arbeit.
Diskriminierung und Abwertung von Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen. Geht von der Normvorstellung eines „gesunden, leistungsfähigen“ Körpers oder Geistes aus und macht Abweichungen unsichtbar oder abwertend.
Als Kulturfestival treten wir Antisemitismus in jeder Form entschieden entgegen.
Wir erkennen die IHRA-Arbeitsdefinition als internationalen Standard an und nutzen sie als Grundlage für unsere institutionelle Haltung. Für unsere künstlerische und inhaltliche Arbeit orientieren wir uns zusätzlich an den Richtlinien der Jerusalem Declaration on Antisemitism, um kritische Diskurse verantwortungsvoll zu führen und Raum für vielfältige Perspektiven zu schaffen.
Achtsames und bewusstes Wahrnehmen von Machtverhältnissen, Grenzverletzungen und Diskriminierung.
Awareness beschreibt eine Haltung, bei der aktiv für Sicherheit, Respekt und Rücksichtnahme gesorgt wird. Ziel ist ein Umfeld, in dem sich alle Menschen willkommen und geschützt fühlen können.
Bezeichnet die bewusste Reduktion von Hürden, die Menschen an gleichberechtigter Teilhabe hindern, z. B. durch Rampen, einfache Sprache oder Untertitel. Anders als „Barrierefreiheit“ meint Barrierearmut oft einen
Ansatz, bei dem die Perspektiven und Bedürfnisse von Menschen, die direkt von Diskriminierung oder Gewalt betroffen sind, im Mittelpunkt stehen. Entscheidungen sollen nicht über, sondern mit und aus der Sicht von Betroffenen getroffen werden. Nicht die Absicht der ausübenden Person zählt, sondern die Wirkung auf die betroffene Person.
Die Schreibweise Be_hinderung macht sichtbar, dass Menschen nicht „behindert sind“, sondern behindert werden, durch Barrieren und gesellschaftliche Strukturen. Der Unterstrich betont, dass Behinderung nicht als persönliche Eigenschaft, sondern als Ergebnis von Ausgrenzung zu verstehen ist.
Abkürzung von Black, Indigenous, People/Person of Color und ist eine Selbstbezeichnung von Menschen, die Rassismus erleben, weil sie nicht als weiß oder ‚deutsch‘ wahrgenommen werden. All diese Begriffe sind aus einem Widerstand entstanden und stehen für die Kämpfe gegen Unterdrückung und für mehr Gleichberechtigung.
Ein verbindlicher Verhaltenskodex für ein gemeinsames Miteinander.
Der Code of Conduct legt Regeln für das Verhalten auf dem Festival fest. Er erklärt, was gewünscht ist und was nicht. So entsteht ein sicherer Rahmen für alle Beteiligten.
Das Recht der betroffenen Person zu benennen, ob eine Grenzverletzung stattgefunden hat.
Die betroffene Person entscheidet selbst, was passiert ist und wie sie das erlebt hat. Dieses Erleben wird ernst genommen.
Ungleichbehandlung oder Benachteiligung von Menschen aufgrund bestimmter Merkmale.
Diskriminierung kann durch Sprache, Handlungen oder Strukturen passieren. Sie betrifft Menschen zum Beispiel wegen ihrer Hautfarbe, Herkunft, Religion, ihres Geschlechts oder einer Behinderung.
Bezeichnet Männer, die bei der Geburt als männlich eingetragen wurden (cis) und deren Körper zudem nicht von der medizinischen Normvorstellung von „eindeutig männlich“ abweicht (endo). Damit wird verdeutlicht, dass nicht alle Männer cis und/oder endo sind, und dass cis-endo-Männlichkeit in vielen Gesellschaften die Norm darstellt, von der andere Geschlechtsidentitäten oder Körper abgewertet werden.
Steht für Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nicht-binäre, trans*geschlechtliche und agender Personen, sowie alle weiteren (nicht endo-cis-männlichen) Geschlechter, die von patriarchalen Strukturen diskriminiert werden können.
Das Überschreiten persönlicher, körperlicher oder emotionaler Grenzen einer Person.
Ob eine Grenze verletzt wurde, entscheidet allein die betroffene Person. Auch unbeabsichtigte Handlungen können Grenzverletzungen sein.
Das Recht der betroffenen Person, mitzuentscheiden, wie mit der Situation umgegangen wird.
Die betroffene Person wird unterstützt, eigene Entscheidungen zu treffen. Das Awareness-Team begleitet sie dabei.
Zustimmung ist die Voraussetzung für jede Form der Interaktion.
Eine Handlung ist nur dann in Ordnung, wenn alle Beteiligten klar und ausdrücklich zustimmen. Unsicherheit oder Schweigen gelten nicht als Zustimmung. Nur ,,Ja” heißt Ja! ,,Vielleicht” und ,,Ich weis es nicht” sind keine aktiven Zustimmungen. ,,Nein” heißt Nein!
Die Nutzung kultureller Elemente durch Menschen, die nicht zu dieser Kultur gehören.
Es geht zum Beispiel um Frisuren, Kleidung oder Symbole. Kulturelle Aneignung ist problematisch, wenn sie aus dem Zusammenhang gerissen wird oder bestehende Machtverhältnisse nicht beachtet werden.
Begriff für neurologische Unterschiede wie ADHS, Autismus, Legasthenie oder Tourette. Betont Vielfalt statt Defizit, neurodivergente Menschen weichen nicht „krankhaft“ von einer Norm ab, sondern bringen andere Wahrnehmungen und Stärken mit.
Wörter wie u.a. „sie“, „er“, „they“, mit denen über Personen gesprochen wird.
Menschen haben unterschiedliche Pronomen, unabhängig von ihrem Aussehen oder Geschlecht. Es ist respektvoll, danach zu fragen und die richtigen Pronomen zu verwenden.
Das heimliche Verabreichen von Drogen, zum Beispiel in Getränken.
Beschreibung: Spiking ist eine Form von Gewalt. Die betroffene Person wird ohne ihr Wissen und ohne Zustimmung unter Einfluss von Substanzen gesetzt.
